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Branchen-Einblicke

Wenn zwei sich streiten, freut sich die Mitte: Über die Zukunft des Software Engineerings

5 Minuten durchschnittliche Lesezeit

Im Bereich der Software-Entwicklung driften die Positionen zwischen Forschung und Praxis auseinander. Das ist erstmal nichts Ungewöhnliches. Denn die gegenseitigen Vorwürfe: „In der Sache ja richtig, aber praxisfern“ und „In der Sache mindestens unorthodox“, sind so alt wie Wissenschaft und unternehmerische Praxis selbst. Gerade im Bereich der Software-Entwicklung könnten diese konträren Positionen aber enorm hilfreich für eine vorwärtsgewandte Diskussion sein.

Mann arbeitet vor zwei Bildschirmen und einem Notebook

Anhand von 5 gegenwärtigen und zukünftigen Trends versuchen wir die unterschiedlichen Positionen zu vereinen und suchen die Wahrheit in der Mitte.

Thema 1: Agilität

Der Begriff der Agilität hat seine Wurzeln in der Management-Theorie. Allerspätestens mit dem Agile Manifesto ist er in der Softwareentwicklung angekommen und hat sich von dort zu ernstzunehmenden Prozess entwickelt. Kein Wunder also, dass die unternehmerische Praxis sich hier als Vorreiter versteht:

Was die unternehmerische Praxis ausmacht:

Derzeit entwickelt sich hier eine „IT of 2 Speeds“: Während kritische Systeme weiterhin traditionell entwickelt werden, gehen Unternehmen alles andere radikal – und dabei auch manchmal unreflektiert – agil an.

Was die Forschung sagt:

Agilität ist keine grundlegende Veränderung. Sie bietet jedoch nützliche Aspekte, die in Vorgehensmodelle integriert werden sollten. Das aber ausschließlich reflektiert und vielleicht reguliert.

Wo die Mitte liegen könnte:

Agilität in der Softwareentwicklung hat großes Potenzial, das nicht verschenkt werden darf: Es entstehen in kurzer Folge Veränderungsimpulse, die zu einer gänzlich neuen Rolle der IT-Abteilungen in Unternehmen führen. Aber vielleicht sind gezähmte Agilität und sanfte Regulierungen hier der Königsweg.

Thema 2: Usability Engineering

Der Nutzer ist gleichzeitig potenzieller Kunde. Es ist also nicht verwunderlich, dass die unternehmerische Praxis hier auf das Gas drückt, während die Forschung verhalten reagiert.

Was die unternehmerische Praxis ausmacht:

„Don’t make me think“, „KISS-Prinzip“ – allein die Vielzahl der Formeln zu diesem Thema spricht hier Bände. Der Anwender will schöne und intuitive Oberflächen. Bekommt er sie nicht, wird er die jeweilige Software für nutzlos halten. Und sich für die Konkurrenz entscheiden.

Was die Forschung sagt:

Usability ist schon wichtig. Weshalb man Usability Engineering in den Softwareprozess integrieren sollte. Aber: Wenn alles einfach sein muss, unterminiert man die zwingende Komplexität mancher Themen.

Wo die Mitte liegen könnte:

Für oberflächenintensive, mobile oder ungewohnte Anwendungen ist Usability Engineering der Schlüssel zum Erfolg – und deshalb eine wichtige Disziplin. Für alles andere: Reflektieren!

Thema 3: Big Data

Daten und Datenmengen sind schon seit jeher Thema der Software-Entwicklung. Seitdem aber die großen Tech-Konzerne das ganz große Geld damit verdienen, ist der unternehmerische Druck gestiegen, diese Daten nutzbar zu machen.

Was die unternehmerische Praxis ausmacht:

Es kommt darauf an, relevante Daten in großer Menge zu gewinnen. Denn die Berechnungskomplexität lässt sich in der Cloud ganz gut beherrschen.

Was die Forschung sagt:

Die Verarbeitung massenhafter Daten – und das damit verbundene Ansteigen der Berechnungskomplexität – in modernen Anwendungsszenarien erfordert effiziente und schnelle Algorithmen.

Wo die Mitte liegen könnte:

In Big-Data-Anwendungen muss der Fokus auf der Datenbeschaffung liegen. Bei der Verarbeitung können Unternehmen auf funktionierende Infrastrukturen zurückgreifen. Das Optimieren von Algorithmen ist eher Grundlagenforschung.

Thema 4: Softwaresysteme und Softwarelandschaften

Was die unternehmerische Praxis ausmacht:

Komplexe Softwarelandschaften entwickeln sich evolutionär, denn Unternehmen bauen (oder kaufen) jedes einzelne System auf die Art und Weise, wie es für sie in Bezug auf Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit gerade optimal ist.

Was die Forschung sagt:

Die Experten realisieren komplexe Softwarelandschaften als „Systems of Systems“, das heißt: Ein einheitlicher Architekturstandard sorgt dafür, dass autonome Systeme für bestimmte Anwendungsgebiete miteinander gekoppelt werden.

Wo die Mitte liegen könnte:

Integrationsszenarien sind vorab nur wenig bekannt. Jedes einzelne System muss so gebaut werden, dass es sich zur Integration anbietet und seinen Beitrag in der Systemevolution leistet.

Thema 5: Planbarkeit

Wiederum ein Thema der agilen Softwareentwicklung: „Wer nach Plan arbeitet, erhält am Ende (im besten Fall) das, was geplant war. Aber nicht das, was sich im Laufe der Entwicklung als nötig herausgestellt hat.“ Wie soll man also einen Prozess planen, der Work in Progress ist?

Was die unternehmerische Praxis ausmacht:

Die frühen Phasen der Softwareentwicklung bleiben entscheidend. Denn hier kommt es darauf an, einen groben, aber sehr guten Überblick über die Anforderungen zu gewinnen. Im Laufe des Projektes können die Verantwortlichen dann gut erkennen, worauf es ankommt.

Was die Forschung sagt:

Vollständige Vorabbeschreibungen für soziotechnische Systeme (eine organisierte Menge von Menschen und Technologien) kann es nicht geben. Deshalb braucht es Verfahren, um mit Anforderungen umgehen zu können, die erst während der Entwicklung auftauchen.

Wo die Mitte liegen könnte:

Es lohnt sich, das große Bild ausgiebig zu studieren. Details werden während der Entwicklung ergänzt. Dabei muss immer wieder neu priorisiert und mutig ersetzt werden.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, finden Sie im Folgenden das Whitepaper zum Thema „Future Trends of Software Engineering“ als Download.

Ausführliche Informationen hier downloaden